Jahreshauptversammlung 2017

17. März 2017
Was die Stützpunktfeuerwehr zu leisten im Stande ist, kommt deutlich in der Jahreshauptversammlung im vollbesetzten Lehrsaal des Gerätehauses zur Sprache. Stützpunktkommandant Mario Dobmayer verfügt über 56 Aktive. Bei 58 Übungen leisteten 1100 Kräfte 2300 Stunden ab.Der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl wurde nach 13 Jahren aktiver Tätigkeit verabschiedet.

Vohenstraußer Stützpunktwehr mit großem Leistungspotenzial
Tausende Stunden im Einsatz

Was die Stützpunktfeuerwehr zu leisten im Stande ist, kommt deutlich in der Jahreshauptversammlung im vollbesetzten Lehrsaal des Gerätehauses zur Sprache. Stützpunktkommandant Mario Dobmayer verfügt über 56 Aktive. Bei 58 Übungen leisteten 1100 Kräfte 2300 Stunden ab.


(dob) Einige Feuerwehrleute durchliefen sämtliche Stufen der Modularen Truppausbildung (MTA). Dazu kommen Erste-Hilfe-Kurse, Maschinisten-Ausbildungen, CSA-Lehrgänge, Standortschulungen, Grund- und Atemschutzlehrgänge sowie Gruppenführerausbildungen, Einführungen in die Stabsarbeit und vieles andere mehr. Christoph Schmid ließ sich zum Ausbilder in der Feuerwehr fortbilden.

Daneben absolvierten die Aktiven verschiedene Leistungsabzeichen in der Technischen Hilfeleistung (THL). 76 Einsatzkräfte nahmen 19 unterschiedliche Ausbildungen an und leisteten dabei 1100 Stunden, lobte der Kommandant seine Wehrleute. Dazu kommen Einweisungen und Bewegungsfahrten mit 250 Ehrenamtsstunden. Somit addierte der Kommandant bemerkenswerte 3650 Stunden allein für die Aus- und Fortbildung zusammen.


Über 5000 Stunden

Für die Brandschutzerziehung in Kindergärten oder Grundschulen standen im abgelaufenen Jahr 17 Termine mit rund 70 Stunden an, die vorrangig von Peter Grosser übernommen wurden. Dazu kommen für die Gerätewartung und -pflege, für die Verwaltung bei den Einsatznachbesprechungen und Kommandanten 1300 Stunden. Damit leisteten die Feuerwehrkräfte insgesamt rund 5300 Stunden, um für die Bürger in der Großgemeinde bei Notfällen gut gerüstet zu sein. Bei den Einsätzen ergab sich folgendes Bild: 172 Mal, davon 100 Mal über die Funkmeldeanlagen, wurden die Feuerwehrdienstleistenden zu Hilfeleistungen in der Region angefordert. 1437 Feuerwehrleute leisteten 1847 Einsatzstunden. 108 Mal waren es technische Hilfeleistungen, die sich in 26 Verkehrsunfälle, 13 Ölspuren, 7 Insekten- oder Tierrettungen, 11 Drehleitereinsätze für den Rettungsdienst, 4 Türöffnungen und 42 sonstige Einsätze gliedern. Bei 22 Unfällen waren die Vohenstraußer Feuerwehrleute auf der Autobahn A 6 mit dem Verkehrssicherungsanhänger unterwegs. Einmal konnte der Verunfallte nur mehr tot geborgen werden, bedauerte der Kommandant.

33 Brände schrieben sich 2016 in die Einsatzlisten der Stützpunktwehr ein. 15 Mal waren es Brandmeldeanlagen oder irrtümliche Brandmelder, Freifläche (1), Gebäudebrände (7), Fahrzeuge (3), Kamin (4) und Container (3). Dazu kommen 27 Einsätze mit der Drehleiter oder Verkehrssicherungen und 4 Sicherheitswachen, bei denen 21 Menschen gerettet und ebenfalls 1 Person nur noch tot geborgen werden konnten.

Einen großen Dank richtete Dobmayer an die Stadt für die Neuanschaffungen. Dazu zähle ein Atemschutzkompressor (16 000 Euro), CSA-Anzüge (6000), ein Gasmessgerät (2500), sowie Führerscheinausbildungen (12 000). In der Funkzentrale wurden außerdem neue Fenster eingebaut. Dazu kommen unzählige Eigenleistungen und Kosten die vom Feuerwehrverein übernommen wurden, wie zum Beispiel der Umbau des Schlauchlagers, Ausrüstungsgegenstände, die Ausstattung mit dem Firemanager und die Alarmmonitore, neue Vorhänge in der Funkzentrale oder die Anschaffung von Ausrüstungsgegenstände zu denen auch ein Rettungsrucksack gehörte. Heuer stünden ein Rohrdichtsatz mit 10 000 Euro an, ein Hauskompressor mit 5000 Euro und die Erneuerung der Absturzsicherung mit 3000 Euro.


Ein neuer Aktiver

Dobmayer verpflichtete Julian Schön für den aktiven Dienst. Außerdem standen eine Reihe von Beförderungen an: Jakob Gleixner ist nun Oberfeuerwehrmann, genauso wie Sören Meckl, Thomas Stahl und Philipp Zeus. Carsten Schaller und Anton Schwägerl dürfen sich ab sofort Oberlöschmeister nennen und Albert Burger wird nun als Brandmeister geführt. Dobmayer dankte "Antreiber" Markus Süss für seinen Einsatz bei Umbauten in Eigenregie. Ein Extralob gab es auch für die übrige Familie Süss mit Hans, Brigitte und Katrin, die unermüdlich für "ihre" Feuerwehr zu Diensten sind.

Der aktive Feuerwehrmann und bisherige evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl, der nach 13 Jahren Vohenstrauß verlässt, um eine neue Stelle in Wasserburg am Inn anzutreten, wurde mit einem Geschenk in einem Feuerwehrschlauch und einem Fotobuch verabschiedet. Vorsitzender und Kommandant dankten ihm für seine Mitarbeit als Aktiver und als Notfallseelsorger.

 

Grosser gegen Kreisverband

"Der Kreisfeuerwehrverband soll wieder aufleben", wünschen sich offenbar die Führungskräfte auf Landkreisebene. Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer macht bei Versammlungen dafür Werbung und stößt nicht überall auf Gegenliebe.
(dob) Der Vorsitzende der Stützpunktwehr, Peter Grosser, steht seit acht Jahren an der Spitze des Vereins und hat noch nie etwas vom Kreisfeuerwehrverband gehört. "Wenn man hier jetzt offene Wunden glätten will, ist das unmöglich", machte er in der Jahreshauptversammlung klar.

Vor etwa zwei Jahren soll er bei Kreisbrandrat Richard Meier nach Material für die Brandschutzerziehung gefragt haben. Obwohl ihm Meier damals von zwei vorrätigen Materialpaletten berichtet hätte, sei nie eine Lieferung bei ihm eingetroffen. Wenn nun Meier diesen Kreisfeuerwehrverband wieder aktivieren wolle, dann müsse er sich warm anziehen, riet Grosser. "Ich will keine Ausrede erfinden, denn da gibt's keine", gab Rewitzer klein bei.


Aktive Jugend

Ein persönliches Dankschreiben von Heidrun Rank aus Weiden, die im vergangenen Jahr auf der Bundesstraße 22 bei Leuchtenberg schwer verunglückte, ging zur Freude der Verantwortlichen bei der Stützpunktwehr ein. Nicht ganz glücklich sind die Aktiven aus dem östlichen Landkreis über die langen Anfahrtswege zur Atemschutzstrecke in Neuhaus. Gerade für die Atemschutzträger aus Eslarn und Waidhaus wäre eine dezentrale Lösung die bessere gewesen, hieß es. Jugendwart Thomas Beierl berichtete über den vollen Terminkalender der 19 Nachwuchsfeuerwehrleute. Er rechnete 1968 Ehrenamtsstunden vor. Hinzu kommen 933 Stunden, die die Jugendwarte zusätzlich geleistet hatten. Allein für die Ausbildungsmodule haben die Nachwuchskräfte 53 Stunden investiert.

Stellvertretender Kassier Thomas Stahl legte die Finanzbücher mit 138 Positionen offen. Außerdem regte Ehrenkommandant Werner Hofmann an, den Mitgliedern bei Festbesuchern den Eigenanteilbetrag zu erhöhen. Seit ewigen Zeiten liege der bei 5 Euro. Das sei nicht mehr zeitgemäß. Der Verwaltungsrat werde darüber beschließen, sagte Grosser.

"Phänomenal, was hier geleistet wird", war Bürgermeister Andreas Wutzlhofer von der eindrucksvollen Bilanz der Feuerwehrleute ganz angetan. Mit acht Neuaufnahmen sei ein neuer Schwung in der Wehr zu spüren. Die Stadt finanziere einen erheblichen Betrag für die sieben Feuerwehren in der Großgemeinde. Allein für die Stützpunktwehr fielen im vergangenen Jahr 120 000 Euro für den Unterhalt wie dem Fuhrpark und vielem mehr an. Nicht enthalten sei der Atemluftkompressor, an dem die Atemschutzträger aus der Region ihre Sauerstoffflaschen befüllen könnten. Die Stadt verliere auch die Renovierungen des Gerätehauses nicht aus dem Blick, um dieses in Schuss zu halten. Als nächstes sollen die WC-Anlagen erneuert werden. "Ihr habt alle anstehenden Aufgaben bravourös bewältigt", versicherte Rewitzer. Außerdem stellte der Kreisbrandinspektor klar heraus: "Nicht die Feuerwehr kostet viel Geld, sondern der Schutz der Bevölkerung". Den Kauf einer neuen Drehleiter (Infokasten) nannte er zukunftsweisend.


Treue Mitglieder

Für 60 Jahre Zugehörigkeit ehrten die Verantwortlichen Andreas Gruber und Gerhard Reimer. 50 Jahre sind es bei Fritz Lang. Carsten Schaller ist seit 30 Jahren in Diensten der Feuerwehr und Harald Bäumler 25 Jahre. Fabian Hilburger bringt es auf 20 Dienstjahre. 10 Jahre sind es bei Johannes Burger und Markus Schmid.

Feuerwehr braucht neue Drehleiter


Für die 25 Jahre alte Drehleiter der Feuerwehr hatte die Kommission nur mehr für ein Jahr die Prüfplakette erteilt. Die Reparatur würde rund 100 000 Euro kosten. Vorbehaltlich des Grundsatzbeschlusses des Stadtrats am Donnerstag, 6. April, bekommt die Stützpunktwehr ein neues Exemplar.

Vom Landkreis wäre dafür ein Zuschuss von 70 000 Euro, von staatlicher Seite wären 230 000 Euro zu erwarten. Vor kurzem hatte Kommandant Mario Dobmayer Bürgermeister Andreas Wutzlhofer die Drehleiter-Einsatzzahlen der vergangenen Jahre vorgelegt. Daraus wurde ersichtlich, dass diese zwei Drittel für Einsätze außerhalb der Großgemeinde gebraucht worden war.

Daraufhin fühlte das Stadtoberhaupt bei Landrat Andreas Meier und Kreisbrandrat Richard Meier wegen einer höheren Landkreisförderung vor. Sollte sich der Stadtrat für den Kauf entscheiden, werde die Kommune einen Antrag an die Kreisbehörde um einen höheren Zuschuss stellen. Weiter werde die Feuerwehr einen zweiten Fluchtweg für das Gerätehaus schaffen und damit den Aufbau eines Gerüsts für das Weinfest sparen. (dob)

 

Quelle: Der neue Tag, Weiden i.d.OPf.