THL 4 / VU mit LKW / P Klemm, Wieselrieth, B22

Alarmierung zum ersten Einsatz im Jahr 2018 am Donnerstag Abend zu einem schweren Unfall bei Wieselrieth.

Bericht von Elisabeth Dobmayer auf onetz.de und im Neuen Tag:

Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 22 bei Wieselrieth mit Auto und Sattelzug

Dreijährige bleibt unverletzt

Eine 48-jährige Polo-Fahrerin löste mit dem Überfahren der Stopp-Stelle in die Bundesstraße 22 bei Wieselrieth am Donnerstagabend einen folgenschweren Unfall aus. Dabei verletzten sich drei Menschen mittelschwer, ein Mensch leicht.

Kurz nach 19 Uhr war die ... Autofahrerin von der Autobahn A 6 in die B 22 eingebogen. Dabei übersah sie einen aus Richtung Oberviechtach herannahenden Sattelzug. Das schwere Gefährt ... erfasste den mit vier Personen und einem Hund besetzten Kleinwagen mit voller Wucht. Dadurch schleuderte das Fahrzeug um die eigene Achse und blieb auf der linken Fahrbahnseite total demoliert liegen. Der 18 Meter lange Sattelzug,..., fuhr rund 50 Meter weiter. Dann kam er nach links von der Fahrbahn ab, steuerte fast im rechten Winkel über eine rund acht Meter hohe Böschung und blieb in der angrenzenden Wiese stehen. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Das dreijährige Mädchen im Polo hatte vermutlich tausend Schutzengel, hieß es an der Unfallstelle: Denn es blieb unverletzt. Eine weitere 38-jährige Insassin erlitt mittelschwere, eine Jugendliche (17) kam mit leichten Verletzungen davon. Zwei Notärzte..., die Besatzungen von vier Rettungswagen und zwei Helfer vor Ort (HvO) ... kümmerten sich um die Unfallbeteiligten und brachten sie nach der Erstversorgung ins Klinikum Weiden.....

Die Vohenstraußer Jungfeuerwehrleute Adrian Walbrunn und Corbinian Kraus nahmen den kleinen Hund aus dem Polo in ihre Obhut.... Aus dem demolierten Dieseltank des Lastwagens liefen rund 200 Liter Treibstoff. Mitarbeiter von Wasserwirtschaftsamt und Straßenmeisterei wurden verständigt. Die Strecke war über gut eine Stunde gesperrt. Laut Polizei beläuft sich der Schaden an den Fahrzeugen auf rund 20 000 Euro. Im Einsatz waren die Wehren aus Vohenstrauß, Lerau, Tännesberg, Leuchtenberg, Oberköblitz sowie aus Oberwildenau. ....

Als die Kameraden in den ersten eintreffenden Fahrzeugen das kleine Kind, betreut von Ersthelfern, auf der Verkehrsinsel liegen sahen, mussten sie das Schlimmste befürchten. Entgegen der Einsatzmeldung waren aber keine Personen eingeklemmt.  Die Feuerwehren sicherten ab, unterstützten den Rettungsdienst und reinigten die Fahrbahn.  Mit dem Material des Rüstwagens wurde versucht, das Auslaufen von Diesel aus dem beschädigten Tank des LKW zu  stoppen.

Kurz nach der Rückkehr unserer Einsatzkräfte ins Gerätehaus gegen 21 Uhr verständigte die Leitstelle den Kommandanten über Funk, dass an einem nahe der Einsatzstelle gelegenen kleinen Weiher starker Dieselgeruch festgestellt wurde. Einige noch anwesende Kameraden fuhren daraufhin erneut nach Wieselrieth und brachten vor dem Ablauf des Weihers Ölsperren aus. Erst gegen 23 Uhr war dieser Einsatz zu Ende. 

Weiterer Bericht von Elisabeth Dobmayer am Folgetag auf onetz.de:

Unfall bei Wieselrieth: 600 Liter Diesel ausgelaufen - B 22 einseitig gesperrt

Sattelzug wird geborgen

Das kolossale Ausmaß der Auswirkungen des Verkehrsunfalls auf der Bundesstraße 22 bei Wieselrieth, bei dem sich vier Personen verletzten, wurde erst Stunden später bei Anbruch des Morgens so richtig sichtbar.

Wenige Minuten nachdem die Stützpunktwehr aus Vohenstrauß am Donnerstagabend, nach dem Unfall-Einsatz,  ins Gerätehaus am Fluderweg zurückkehrte, alarmierte die Integrierte Leistelle (ILS) Weiden die Feuerwehr um Stadtkommandant Mario Dobmayer noch einmal - aus einem alten Klärteich, unweit der Unfallstelle, ist beißender Dieselgeruch festgestellt worden.

Aus dem beschädigten Dieseltank des unfallbeteiligten Sattelzugs liefen nicht wie ursprünglich angenommen 200 Liter, sondern die dreifache Menge aus. Das Tankvolumen umfasst laut des Spedition-Chefs Otto Obendorfer aus Altenstadt bei Vohenstrauß 990 Liter. Zum Unfallzeitpunkt dürften sich noch rund 600 Liter im Tank befunden haben, die letztendlich vollständig ins Erdreich versickerten und über die Drainageleitungen in den alten Klärteich gelangten, der als Auffangbecken für Oberflächenwasser dient.

Klärbecken komplett befreien

Ludwig Reitinger von der technischen Gewässeraufsicht vom Wasserwirtschaftsamt Weiden nahm die Gesamtsituation noch am selben Abend in Augenschein. Das kontaminierte Erdreich muss schnellstmöglich abgetragen und fachgerecht entsorgt werden, hieß es. Gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer war sich Reitinger einig, dass das Klärbecken vollständig vom Dieselkraftstoff zu befreien ist.

Das Wasser gelangt sonst in die Luhe und könnte dort verheerende Schäden anrichten. Erste Gegenmaßnahmen trafen die Einsatzkräfte der Feuerwehr Vohenstrauß noch in der Nacht und richteten eine Ölsperre um den Ablaufmönch ein.

Mit mehreren Schwerlastbergefahrzeugen rückte am Freitag eine Waidhauser Spezialfirma zur Unfallstelle aus, um den im tiefen Erdreich versunkenen Sattelzug zu bergen. Mit einem speziellen Abschlepp-Bergekran versuchen die Mitarbeiter den verunglückten Koloss auf sicheres Gelände bringen.

Geschätzter Schaden: 200.000 Euro

Den von den Polizeibeamten ursprünglich geschätzten Schaden von insgesamt 20.000 Euro revidiert Obendorfer - mittlerweile geht man von einer Summe von rund 200.000 Euro aus, da es sich bei der Sattelzugmaschine um ein erst zwei Monate altes Fahrzeug handelt. Nach derzeitigem Stand dürfte das Gefährt wirtschaftlichen Totalschaden aufweisen.

Weil das Lenkgetriebe des Sattelzugs durch den Unfall defekt ist, gestaltete sich die Bergung zusätzlich als äußerst schwierig. Mitarbeiter der Straßenmeisterei sperren während der mehrstündigen Bergungsmaßnahme die vielbefahrene Bundesstraße einseitig ab. .....

Bilder: Elisabeth Dobmayer auf onetz.de

GS

 


Einsatzart Technische Hilfeleistung
Alarmierung Funkwecker, große Schleife
Einsatzstart 11. Januar 2018 19:11
Einsatzdauer 03:43
Fahrzeuge KdoW
MZF
TLF 16/25
V-LKW
RW 2
LF 20/16
VSA
Alarmierte Einheiten FF Lerau
FF Vohenstrauß
THW Heros Weiden 1
FF Leuchtenberg
FF Tännesberg
FF Oberköblitz (SAD)